Schul-Infos    FAZ vom 28.11.2008  
     
     

Schulerfolg und Elternpflicht

Die neue Pisa-Studie offenbart, was Schüler, Eltern und Lehrer schon lange wissen und ungehört fordern - kleinere Klassen und mehr Lehrer. Dies führt zum Erfolg. Weitere Themen sind immer wieder die soziale Herkunft und der Migrationshintergrund des Schülers sowie der Schluss daraus, dass hier mit mehr Förderung angesetzt werden muss. Richtig, die Kinder müssen gefördert werden. Aber viele Eltern müssen zugleich und nicht nur mit erhobenem Zeigefinger gefordert werden. Fremde Kultur oder Armut sind kein Alibi für Vernachlässigung der elterlichen Pflichten. Und zu diesen zählt auch das Bereitstellen von Voraussetzungen für einen Schulerfolg. Dies sind nicht nur materielle Dinge.

Ausreichend Schlaf, kein Fernsehen schon vor der Schule und weniger, aber dafür kindgerechter Fernsehkonsum am Nachmittag; Ordnung bei den Schulmaterialien, Wahrnehmen der angebotenen Eltern-/Lehrergespräche, Kontrolle von Hausaufgaben und Lernfortschritten und

Lesen von Büchern aus der Bücherei kosten nichts: Kulturvereine ausländischer Eltern müssen in die Pflicht genommen werden, ihre Landsleute davon zu überzeugen, dass das Erlernen der deutschen Sprache zukunftsweisend für ihre Kinder ist und die Eltern dafür zu sorgen haben. Zählt das Ignorieren dieser Aufgaben zu den als Ordnungswidrigkeit verfolgbaren Handlungen, erkennen sicherlich manche Eltern den Wert von Schule wieder und werden aktiv. Und nur so läuft dann auch die Förderung ihrer Kinder nicht ins Leere.

BETTINA NEWALD, LEHMEN