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Niedersächsisches Kultusministerium

Nur per E-Mail

An die Leitungen

der allgemein bildenden Schulen

und der berufsbildenden Schulen

in Niedersachsen

 

Hannover, den 26.05.2011

 

 

Gehäuftes Auftreten von EHEC-Infektionen

Information für Schulen

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit kurzer Zeit werden überwiegend in Norddeutschland vermehrt Infektionen mit dem EHEC-

Darmkeim beobachtet. EHEC-Bakterien können in Einzelfällen zu schwer verlaufenden Magen-

Darminfektionen führen. Mitunter kann in der Folge ein Nierenversagen auftreten und es kann

eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich werden.

Eine Übertragung der Erkrankung als Schmierinfektion von Mensch zu Mensch ist möglich, bei

üblicher Toilettenhygiene aber eher unwahrscheinlich.

In diesem Zusammenhang gebe ich Ihnen die folgenden Hinweise:

Schulbesuch

Nach § 34 des Infektionsschutzgesetzes dürfen Personen, die an EHEC erkrankt oder dessen

verdächtig sind, in Schulen keine Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkei-

ten ausüben, bei denen sie Kontakt zu den dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil

eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Erkrankte Schüle-

rinnen und Schüler dürfen die Schulräume nicht betreten, Einrichtungen der Schule nicht benut-

zen und an Veranstaltungen der Schule nicht teilnehmen.

Auch Personen, die in häuslicher Gemeinschaft mit EHEC-Erkrankten leben, dürfen die Schule

nicht besuchen.

Eine Wiederzulassung zum Schulbesuch ist nach klinischer Genesung im Regelfall möglich,

wenn bei drei im Abstand von 1 bis 2 Tagen untersuchten Stuhlproben negative Befunde vorlie-

gen. Ein schriftliches Attest ist erforderlich.

Erkrankung während des Aufenthalts in der Schule

Sichtlich erkrankte Schülerinnen und Schüler sollten schnellstmöglich vom Unterricht ausge-

schlossen und von der Schule abgeholt werden. Treten bei den Bediensteten Symptome auf,

sind diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Arbeit freizustellen.

Schließung von Schulen

Eine Schließung von Schulen ist in der Regel nicht erforderlich. Falls in einer Einrichtung meh-

rere Fälle auftreten, so entscheidet das zuständige Gesundheitsamt unter Berücksichtigung der

spezifischen Gegebenheiten, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Mutterschutz

Über die in der Gefährdungsbeurteilung zum Mutterschutz festgelegten Maßnahmen hinaus

sind keine besonderen Maßnahmen zum Schutz von Schwangeren vor EHEC-Erkrankungen

erforderlich. Auch beim Auftreten von EHEC-Erkrankungen in der Schule ist kein Beschäfti-

gungsverbot auszusprechen.

 

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Maßnahmen zur Prävention in Schulen

-Das Personal und die Betreuten in der Einrichtung sollten auf die grundsätzliche Bedeutung

der regelmäßigen Händehygiene insbesondere vor dem Essen, nach der Zubereitung von

Speisen sowie nach dem Toilettengang hingewiesen werden.

- Es sollte sichergestellt werden, dass an allen Handwaschgelegenheiten Seifenspender und

Einmalhandtücher, Händetrockner oder Rollenhandtücher vorhanden sind.

Seifenstücke oder gemeinsam genutzte Stoffhandtücher sind aus hygienischen Gründen

nicht zulässig.

- Regelmäßiges Händewaschen mit Seife oder vergleichbaren Handreinigungsmitteln für 30

Sekunden - auch zwischen den Fingern - verhindert eine Übertragung von Darmkeimen.

- Desinfektionsmaßnahmen zur Verminderung einer Ansteckungsgefahr sind im Regelfall

nicht erforderlich.

Bei Auftreten von Erkrankungen in einer Einrichtung kann eine erhöhte Reinigungsfrequenz

von Oberflächen mit häufigem Kontakt (z. B. Türklinken, Handläufe, Spielzeug, Computer-

tastaturen, Arbeitsflächen) neben den allgemeinen Hygieneempfehlungen sinnvoll sein.

Über weitere Maßnahmen entscheidet das zuständige Gesundheitsamt.

Hygieneplan der Schule

Als Träger der in § 33 Infektionsschutzgesetz (IfSG) aufgeführten Gemeinschaftseinrichtung

„Schule“ legen die Schulträger gem. § 36 Abs. 1 IfSG in Hygieneplänen die innerbetrieblichen

Verfahrensweisen zur Infektionshygiene fest. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt

stellt eine „Arbeitshilfe zur Erstellung des Hygieneplans für die Schule auf der Grundlage des §

36 Infektionsschutzgesetz“ zur Verfügung:

http://www.nlga.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=27103&article_id=19378&_psma

nd=20

Weitere Informationen

Informationen zur Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes an Schulen finden Sie im Internet-

angebot der Niedersächsischen Landesschulbehörde:

http://www.landesschulbehoerde-

niedersachsen.de/themen/schulleitung/gesundheitsmanagement-und-

arbeitsschutz/infektionsschutzgesetz

Informationen – insbesondere zur Lebensmittelhygiene – werden jeweils aktuell auf den Seiten

des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes zur Verfügung gestellt.

http://www.nlga.niedersachsen.de/live/live.php?&article_id=96598&navigation_id=6570&_psma

nd=20

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrage

Dr. Fichtner