Aktuelle Hinweise zum Thema

Schließungen von Schulen und Kitas wegen Neuer Influenza  

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

mit den seit der vergangenen Woche in Niedersachsen stark ansteigenden

Fallzahlen für H1N1-Infektionen ist es auch in Schulen zu Krankheitshäufungen

gekommen. Dies hat vielerorts zur Schließung von Klassen geführt und die Frage

aufgeworfen, unter welchen infektiologischen Rahmenbedingungen eine derartige

Maßnahme angemessen und sinnvoll ist.

 

Dazu ist in Absprache mit dem Niedersächsischen Sozialministerium folgendes

festzuhalten:

 

Die derzeitige epidemiologische Situation mit weiterhin ganz überwiegend milden

Verlaufensformen der Neuen Influenza rechtfertigt es nicht, reaktive Schließung von

Schulklassen oder Schulen zu veranlassen. Weder können dadurch Übertragungen

des Erregers in den Einrichtungen nachhaltig verhindert noch generell die weitere

Ausbreitung des Geschehens eingedämmt werden. 

 

Auch andere Staaten wie den USA und Kanada, die in den letzten Monaten bereits

deutlich stärker von der Neuen Influenza betroffen waren, empfehlen derartige

Maßnahmen, die sie zu Beginn des Pandemiegeschehens propagiert hatten,  aktuell

nicht mehr.

 

Vielmehr gilt die Maxime, dass Kinder, die krank sind, zu Hause bleiben oder nach

Hause gehen sollen. Gesunde Kinder hingegen können die Schule/ Kita auch bei

Auftreten von Krankheitsfällen in ihrer Klasse/ Gruppe besuchen.

 

Der zunächst verständliche Ansatz, konkrete Vorgaben für infektiologisch begründete

Schließungen in Schulen und Kitas zu entwickeln, wird vor diesem Hintergrund nicht

weiter verfolgt. Auch stellen einzelne Nachweise von H1N1 in Schulen oder

Kindergärten keine tragfähige Grundlage für diese Maßnahmen dar. 

 

Sollten Klassen- oder Schulschließungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt  aus

organisatorischen Gründen erforderlich sein, wenn etwa die geregelte Durchführung

des Unterrichts nicht mehr zu gewährleisten ist, so sind sie von den Einrichtungen

selbst zu treffen. Dies sollte grundsätzlich in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt

erfolgen. Eine Sondersituation kann dann vorliegen, wenn in einer Einrichtungen

Kinder mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf unterrichtet

oder betreut werden. 

 

Von essentieller Bedeutung ist bei steigenden Erkrankungszahlen die Einhaltung der

erforderlichen Hygienemaßnahmen, insbesondere der Händehygiene. Dies sollte bei

Anfragen von Schulen und Kitas immer wieder hervorgehoben werden.

Es gelten weiterhin die Empfehlungen zum Umgang mit Verdachtsfällen und

Erkrankungsfällen an Neuer Influenza vom 18.08.2009:

 Erkrankte bleiben bis einen Tag nach Abklingen des Fiebers zu Hause und

dürfen Gemeinschaftseinrichtung für diese Zeit nicht besuchen. Dies gilt

unabhängig der zu Grunde liegenden Erkrankung, ein Nachweis einer

Influenza-Erkrankung ist daher nicht erforderlich. Für die Rückkehr an die

Schule ist kein ärztliches Attest notwendig.

Kontaktpersonen zu einer erkrankten Person sollten auf Krankheitssymptome

achten. Sie können weiterhin eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, solange bei

Ihnen keine Symptome bestehen. Der Kontakt zu vulnerablen Gruppe (beruflich oder

privat) sollte unterbleiben.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Dr. M. Pulz

Präsident

i. Auftrag

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt 

Gundula Pape 

Roesebeckstr. 4-6 

30449 Hannover 

Tel.: 0511/4505-501 

Fax.: 0511/4505-298 

e-mail: Gundula.Pape@nlga.niedersachsen.de