Liebe Eltern,

heute wende ich mich mit einer dringenden Bitte an Sie.

In der jüngsten Vergangenheit kamen uns Wochenenderfahrungen einiger Schüler zu Ohren, die uns die Haare zu Berge haben stehen lassen. Kurz: Einige Kinder kamen mit Film- und Videoerlebnissen in die Schule zurück, die noch gar nicht für sie frei gegeben waren. Im zurzeit beliebten Videospiel „GTA“ wird derjenige Champion, welcher die meisten kriminellen Delikte zustande gebracht hat.

Das hat uns sehr erschüttert. Sehen wir es doch grundsätzlich als entscheidenden Schwerpunkt unseres Berufes an, die Schüler zur gewaltfreien Lösung von Konflikten zu erziehen. Und was wird von vielen Seiten dafür getan? Wie viele Gewaltpräventionsansätze wurden erdacht? Wie viele Schüler haben sich bereits zu Streitschlichtern ausbilden lassen? An wie vielen Elternabenden, Tagungen und Konferenzen war Gewalt das zentrale Anliegen? Und dann machen manche Eltern ihren Kindern diese gefährlichen Medien auch noch zugänglich, kaum zu glauben!

Wir möchten auch in Zukunft nicht zur Seite schauen. Wenn wir von derartigen Fällen hören, werden wir auch weiterhin sowohl die Schüler als auch die Eltern auf die Unvereinbarkeit dieses Medienkonsums mit unseren Erziehungszielen und der Gesetzeslage hinweisen. Im Übrigen haben alle Eltern im Rahmen der Einschulung eine Selbstverpflichtung unterschrieben, ihre Kinder vor dem Einfluss gewaltverherrlichender Medien zu schützen. An diese Verpflichtung möchte ich noch einmal erinnern.

Ergänzend möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Missachtung der FSK-Angaben (Altersfreigaben) auch rechtlich nicht unbedenklich ist: Zum einen berührt die Bereitstellung unerlaubter Medien die Paragraphen 15 und 27 des Jugendschutzgesetzes („Jugendgefährdende Trägermedien“), zum anderen befasst sich der Paragraph 171 des Strafgesetzbuches mit diesem Thema.

Wir geben uns als Kollegium der Grundschule Hahn-Lehmden täglich viel Mühe, die Kinder zu Ästhetik und Gewaltverzicht zu erziehen. Der Zugang zu den beschriebenen Filmen und Videospielen bereits für Grundschulkinder konterkariert diese Bemühungen. Ich bitte Sie daher eindringlich, sich der Gefahren für das seelische Wohl der Kinder bewusst zu sein und sie vor Gewalt in jeglicher Form zu schützen.

Im Namen des Kollegiums der Grundschule Hahn-Lehmden

Ullrich H. Lentz, R.